Telemedizin

Telemedizinische Methoden in der Gesundheitsversorgung der Bevölkerung

„Wikipedia: Telemedizin und konventionelle Medizin bedürfen der Akzeptanz der beteiligten Ärzte und dürfen nicht als Gegensätze angesehen werden. Telemedizinische Anwendungen unterstützen ärztliches Handeln und sollten als ergänzende Bestandteile konventioneller Versorgungsszenarien angesehen werden, die wesentlich zur Steigerung der Versorgungsqualität beitragen können.

Vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft und den damit verbundenen Herausforderungen in der Alten- und Krankenpflege, wird die Pflege in den „eigenen vier Wänden“ oder dem eigenen Haus wirtschaftlicher sein, als die stationäre Pflege, wenn dafür die technischen Voraussetzungen vorhanden sind.  Ganz abgesehen davon ist die häusliche Pflegekapazität bereits um ein Vielfaches größer als die Stationäre. Eine ausreichende ärztliche Versorgung auf dem Land wird immer knapper. Schwindende ärztliche Grund-Versorgung durch Zentralisierung der Notfallversorgung, geringere Krankenhausdichte und nicht zuletzt, dass es demnächst keine Verpflichtung mehr zum Hausarztbesuchen gibt.

Hierdurch wird die Telemedizin mehr und mehr ein Teil der Lösung sein, wie z.B. das Monitoring der Vitalwerte aus der Ferne, Routineuntersuchungen oder die Zuschaltung des Facharztes. Die Überwachung von Herzschrittmachern oder die Übertragung von Röntgenbildern sind längst gängige Anwendungen, wenn Netz-Verbindungen bestehen, die so große Datenmengen auch qualitativ sicher übertragen können.

Die Pflege, insbesondere bettlägeriger Patienten, kann durch hochauflösende Online-Anwendungen revolutioniert werden. Dazu brauchen insbesondere heutige Landärzte vor Ort sehr schnelle Internetverbindungen, um die medizinischen Daten einsehen und weiterleiten zu können. Statt einer Einweisung ins Krankenhaus, können zum Beispiel – sichtbare – Wunderkrankungen durch Bildübertragung direkt auf den hochauflösenden Bildschirm des Hausarztes genutzt werden, um Pflegekräfte die nötigen ärztlichen Anweisungen – unmittelbar – zu erteilen. Dazu sind hochauflösende und abgesicherte Video- und Sprachübertragungen notwendig. Natürlich müssen Ärzte und Versicherer (sowohl Krankenkassen als auch Kassenärztliche Vereinigung, aber auch Haftpflichtversicherer) davon überzeugt sein, dass durch diese Form der technischen Unterstützung das ärztliche Handeln sicher und qualitativ hochwertig bleibt.

Die Coronapandemie zeigt gerade, dass uns nicht viel Zeit bleibt für Veränderungs- bzw. Digitalisierungsprozesse. Wir sind im 21. Jahrhundert angekommen und brauchen zur Bewältigung der alltäglichen Herausforderungen (Schule, Beruf, Klima und Verkehr…) insbesondere auch im Gesundheitswesen unbedingt schnelle Breitbandverbindungen. Das ist Infrastruktur (Connectivity) – Wir stehen wieder einmal vor dem Henne-Ei-Phänomen. Aber erst die Glasfaser ermöglicht eine ungeteilte und damit leistungsgerechte, weil vertragsgemäße, Übertragungsrate in beiden Richtungen (Senden = Up-Load und Empfang = Down-Load). Damit wird ein professioneller Pflege-Qualitätsanspruch im häuslichen Bereich ermöglicht.

Interessierte Ärzte, die bereits heute vor der für sie weitreichenden Entscheidung stehen, eine Haus- oder Landarztpraxis zu übernehmen, werden diese nur dann übernehmen wollen, wenn dort eine sehr gute Breitbandanbindung mit Gigabitqualität in beiden Übertragungsrichtungen vorhanden oder absehbar möglich ist. Akzeptanz zur Telemedizin wird nur dann vorurteilsfrei gegeben sein, wenn die Technik einfach ist und ohne große Kenntnisse benutzt werden kann.

Wir brauchen jetzt das schnelle Netz und Anwendungsprojekte (Henne-Ei), die zukunftweisende Voraussetzungen schaffen. Ganz Nebenbei entstehen so auch „Export-starke“ Technologien und digitale Anwendungsservices.

Karl Hofmann, September 2020